Pfingstferien in besonderen Zeiten

Gedanken unserer Schulseelsorgerin Mechthild Schmidt-Keller
Pfingstferien- normalerweise Ferien von der Schule. Jetzt für die meisten Ferien vom 'Homeschooling', dem Hausaufgabenmachen zuhause, was mal besser mal schlechter geklappt hat mitten im privaten Umfeld. Wie seltsam, wenn mit dem Ferienbeginn nicht automatisch eine andere Umgebung verbunden ist.
Für manche Familien war bisher sogar der Jahresurlaub in den Pfingstferien- zwei Wochen Erholung ganz woanders. Wie wird es dieses Jahr sein? Zumindest dürfen sich Verwandte wieder sehen - Großeltern, Enkel und Geschwister können sich direkt begegnen, statt nur über Telefon, Handy, Skype, Post... Eine eingeschränkte Kommunikation aus der Ferne aufrechtzuerhalten war gut. Es ist aber nicht dasselbe.
Schätzen wir den Wert einer persönlichen Begegnung jetzt mehr, die uns früher mal selbstverständlich war? Viele haben gemerkt, wie sehr wir doch angewiesen sind auf menschliche Nähe und Zuwendung, auf ein Lächeln, ein aufmunterndes Wort von anderen, eine Umarmung. Statt uns nur um uns selbst zu drehen mit den eigenen Gedanken im Kopf. „Das erlösende Wort kannst Du Dir nicht selber sagen“- diesen Satz habe ich mir gemerkt, ohne die Quelle zu wissen. Auch religiöse Menschen müssen zeitweise - zurückgeworfen auf sich selbst - um Worte ringen für ein Gebet, das wenigstens eine Beziehung zu Gott herstellt. Wie es schon Paulus im Römerbrief formuliert: „wir wissen nicht, was wir beten sollen“ (Römer 8,26 Luther-Übersetzung). In diesem Zustand werden wir- Gott sei Dank- nicht allein gelassen. Paulus baut uns auf pfingstliche Weise auf; er schreibt es uns bis heute ins Herz: Der Geist hilft „unsrer Schwachheit auf“(Luther-Übersetzung), kommt uns zu Hilfe, „wenn wir keine Kraft mehr haben, so zu beten, wie es nötig wäre“(Bibel in gerechter Sprache). Gottes Geist („seine besondere Power“, so die ‚Volxbibel‘), „der Geist selber tritt... für uns ein“(Einheitsübersetzung). Dann „hilft uns diese Kraft und betet für uns auf eine Art, wie wir es mit unseren eigenen Worten nie könnten“ (Volxbibel). Und als 'Begeisterte' heben wir den Kopf, bekommen Lebenskraft, wie neu erschaffen, wie frisch mit Gottes Lebensatem beseelt. Von Gottes Geist erfüllt sind wir ansteckend für andere - diesmal im positiven Sinne! Gottes Geist treibt uns an und hilft uns, unsere Mitmenschen zu verstehen und selbst verstanden zu werden - über sprachliche und sonstige Grenzen hinweg. Wir entwickeln Fantasie im Weitergeben der Frohen Botschaft, auch auf ganz neuen Wegen. Wo auch immer wir die Pfingstferien verbringen, die biblische Botschaft bleibt die gleiche: Gottes Geist selbst tritt für uns ein- welch pfingstliche Aussichten!