„Krawall im Dschungel“

Dschungeltiere und Fünftklässler halten zusammen

Immer wieder gibt es Zoff. Kleine Grüppchen bilden sich und machen Stimmung gegen andere. Lauthals werden die (vermeintlich) eigenen Rechte eingefordert und Vorteile erhofft. Eigentlich weiß aber keiner so genau, warum man sich eigentlich streitet.

Damit ist der Plot eines Singspiels umrissen, das die Klasse 5b des Hoptbühl-Gymnasiums am Freitag auf die Bühne der Schulaula gebracht hat. Kleine Parallelen zwischen der Handlung und ihrer Klasse wollte Musik- und Deutschlehrerin Kathrin Maurer, die das Klassenprojekt angestoßen hat, in ihrer Anmoderation mit einem Augenzwinkern nicht ganz ausschließen. Ziel des fächerverbindenden Unterrichtsprojekts war deshalb neben der kreativen Arbeit und dem Spaß am Bühnenprojekt auch, den Zusammenhalt der Klasse zu stärken.

Auf die Bühne treten zunächst nacheinander Gruppen von Tieren, allen voran die Schlagen. Diese haben viel zu fluchen. Leiden sie doch an der Eitelkeit der Katzen und rutschen immer wieder auf Bananenschalen aus, die die ungehobelten Affen einfach so auf den Dschungelboden schmeißen. Darum schmieden sie einen perfiden Plan: Den Katzen wollen sie erzählen, dass die dummen Affen die Herrschaft im Dschungel übernehmen wollen. Den Affen erzählen sie, dass die hochnäsigen Katzen alles an sich reißen wollen. Über den Streit, den sich die Schlangen dadurch erhoffen, wollen sie sich selbst zu Herrschern erheben.

„Das Stück hat Elisabeth Theisohn, eine Studienfreundin aus Freiburg, geschrieben“, erklärt Kathrin Maurer dem Publikum zu Beginn. Das Besondere sei, dass die Schüler die Texte für die kleinen Szenen zwischen der Musik im Deutschunterricht selbst schreiben und gestalten mussten. Auf der Bühne erkennt man die viele Arbeit, die die Schüler in ihre Texte haben fließen lassen. Das Stück präsentiert sich als Sammeltopf toller Ideen und wird den Zuschauern professionell vorgeführt.

Dazu trägt auch die großartige musikalische Gestaltung bei, mit der eine Band aus Lehrern und Schülern die musikalischen Teile des Spiels untermalt.

Auf der Bühne geht die Handlung rasend weiter. Die Vögel haben vom Plan der Schlagen Wind bekommen und erzählen den Bären davon. Die stapfen aber lieber bärig durch den Wald und kümmern sich um nichts. Währenddessen treffen Affen und Katzen aufeinander und blasen sich vor dem Gegner mächtig auf.

Die Lösung des Konflikts findet derweil an anderer Stelle statt. Die Bären verderben sich mit Beeren den Magen und werden von einer Katze und einem Affen gerettet. Während die anderen Katzen und Affen zunächst nichts von dem gemeinsamen Handeln ihrer Artgenossen halten, müssen sie sich schnell belehren lassen, dass die Bären gerade nur dadurch gerettet werden konnten. Dabei wird auch der Plan der Schlangen offengelegt.

Im der letzten Szene müssen diese dann kurz um ihre Haut fürchten. Affen und Katzen rücken ihnen auf den Leib. Erst in letzter Sekunde sehen diese aber ein, dass sie den Plan der Schlangen durch ihr ignorantes Handeln erst angestoßen haben. Es kommt zum Happy End.

Am Ende der Aufführung erhält die 5b zurecht großen Applaus. Dass eine fünfte Klasse eine gesanglich und spielerisch derart professionelle Aufführung auf die Bühne bring, ist alles andere als gewöhnlich und hängt sicher mit dem Willen der Tierchen zusammen, einzelne Interessen zugunsten des Miteinanders abzulegen.

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Kurz vor dem Happy End – Den Schlangen geht es ans Leder