Workshop mit dem "Haus der Heimat"
„Meine Großeltern!“ oder „Meine Eltern!“ mag sich der eine oder die andere Zehntklässler/-in gedacht haben, als diese Fragestellung im Rahmen eines Workshops erarbeitet wurde. In einer ersten Runde setzten sich die Klassen 10b und 10c zusammen mit zwei Teamerinnen aus dem „Haus der Heimat“ in Stuttgart mit der wechselvollen Geschichte der Russlanddeutschen im zaristischen Russland und in der Sowjetunion auseinander.
Chronologisch aufgeteilt in die Phasen „Auswanderung aus dem deutschen Südwesten im 18. Jahrhundert“, „Deportationen nach 1941“, „Diskriminierung bis Ende der 1980er Jahre“ und schließlich „(Spät-)Aussiedlung“ konnten die Informationen auch geographisch anhand einer großen Landkarte, die auf dem Boden auslag, als allmähliche Verschiebung von Menschen von Westen nach Osten und wieder zurück nachvollzogen werden. Auf diese Weise verknüpften sich Geschichten aus der eigenen Familie, Inhalte aus dem Geschichtsunterricht und vielfältiges Anschauungsmaterial – von der Graphic Novel über Videoausschnitte von Interviews mit Zeitzeugen bis zu Fotos von Alltagsgegenständen – zu einem lebendigen Bild des abstrakten Begriffs „Russlanddeutsche“.
Die Betrachtung einer Matjroschka ließ abschließend Raum für individuelle Gedanken zu Fragen der kulturellen Identität: Sind die Russlanddeutschen nun eher Russen mit einem deutschen Kern? Oder Deutsche mit ganz viel russischem „Inhalt“? Auf jeden Fall hat der „Crashkurs mit Karte“ – so ein Schüler nach dem Workshop – viele Informationen geliefert und vielleicht sogar für interessante Gespräche am Familientisch gesorgt.
