Streifzug durch Kultur und Geschichte
Am vergangenen Dienstag unternahmen die Deutsch-Leistungskurse des Gymnasiums am Hoptbühl einen kulturell und historisch vielfältigen Ausflug nach Freiburg im Breisgau begleitet durch ihre Lehrkräfte Myriam Müller und Alexander Chlup. Ziel war ein Besuch im Theater Freiburg – doch zuvor standen ein Besuch im neuen NS-Dokumentationszentrum und eine Stadtführung rund um das Münster auf dem Programm.
Den Anfang machte ein Besuch im neuen Dokumentationszentrum zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Schülerinnen und Schüler erhielten hier einen intensiven Einblick in die lokale und überregionale Geschichte dieser dunklen Epoche. Die Ausstellung vermittelte, wie das nationalsozialistische Regime Freiburg und seine Menschen geprägt hat und wie Erinnerungskultur heute gestaltet wird.
Anschließend führte Alexander Chlup die Gruppe in einem kurzweiligen Rundgang durch das Freiburger Münster und informierte über seine Geschichte, Architektur und Bedeutung für die Stadt. Neben Fakten zur Baugeschichte und romanischen und gotischen Baukunst vermittelte Herr Chlup Anekdoten und Hintergründe zum mittelalterlichen Leben und zur religiösen Bedeutung des Bauwerks.
Am Abend besuchten die Kurse schließlich eine Aufführung im Theater Freiburg. Auf dem Spielplan stand Heinrich von Kleists Klassiker und Schwerpunktthema für das Abitur 2026 „Der zerbrochne Krug“, inszeniert von Yana Eva Thönnes. Statt in der traditionellen Dorfszenerie spielt das Geschehen hier auf einer moderne, symbolträchtigen Pyjama-Party. In dieser Produktion findet die Handlung nicht im Gerichtssaal statt, sondern im Mädchenzimmer von Eve. Dort lädt die Protagonistin ihre Freundinnen zu einer scheinbar harmlosen Übernachtungsparty ein. Diese Bühnenidee lässt Kleists Komödie in einem neuen Licht erscheinen: Die eigentliche Justizhandlung wird zugunsten eines intimen psychologischen Szenarios aufgegeben, in dem die Dynamiken von Macht, Wahrheit, Scham und Selbstbehauptung im Zentrum stehen. Für viele der Schülerinnen und Schüler war die Aufführung ein besonderes Erlebnis: Sie eröffnete nicht nur einen eigenen Zugang zu einem klassischen Drama, sondern erlebten auch, wie Regiearbeit und szenische Umsetzung einen klassischen Text kritisch-aktuell verfremden und reflektieren können. Die ungewöhnliche Inszenierungsidee regte im Anschluss lebhafte Gespräche über Theater, Rollenbilder und gesellschaftliche Machtverhältnisse an.
So verband der Ausflug nach Freiburg erfolgreich historisches Lernen mit kultureller Auseinandersetzung – und bot den Leistungskursen Deutsch eine wertvolle Ergänzung zum Unterrichtsstoff.
