Finale des Schulwettbewerbs von „Jugend debattiert“ am GaH
Seit vielen Jahren wird am Gymnasium am Hoptbühl (GaH) die Unterrichtsmethode „Jugend debattiert“ praktiziert. Mit „Jugend debattiert“ wird die mündliche Ausdrucksfähigkeit der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Unterricht gezielt gefördert. So wird das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt. Im Prinzip läuft es ab wie bei der Aufsatzform „Freie Erörterung“, die vielen aus dem Deutsch-Unterricht bekannt sein dürfte. Ausgehend von einer Entscheidungsfrage, die nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden kann, wie zum Beispiel: “Sollen am GaH Bücher durch Tablets ersetzt werden?“, werden zwei Gruppen gebildet. Aus jeder Gruppe werden zwei Schülerinnen bzw. Schüler ausgewählt („Pro1“, „Kontra1“, „Pro2“, Kontra2“), die sich eine „Redeschlacht“ liefern. Bewertet werden die Beiträge von einer Jury bestehend aus einer Lehrkraft sowie beobachtenden Schülerinnen und Schülern, die nach den Kriterien „Ausdrucksvermögen“, „Gesprächsfähigkeit“, „Sachkenntnis“ und „Überzeugungskraft“ die Redebeiträge beurteilen.
Organisatorisch läuft das folgendermaßen ab: Zunächst werden in den einzelnen Klassen Debatten zu aktuellen politischen und schulischen Themen organisiert. Am Gymnasium am Hoptbühl findet das vor allem im Gemeinschaftskunde-, Wirtschafts- sowie im Deutsch-Unterricht von Klassenstufe 8-11 statt. Die auf diese Weise ermittelten Klassensieger sind am 7. Januar 2026 in den Finali direkt aufeinander getroffen. So konnten für die Mittelstufe (Klasse 7-9) und die Oberstufe (Klasse 10-12) Schulsieger ermittelt werden.
Im diesjährigen Finale für die Mittelstufe trafen Joel Repp (8c), Valentina Meier (7d), Matteo Feiertag (8c) und Anna Mezei (7d) aufeinander. Sie debattierten die Frage, ob es Jugendlichen unter 16 Jahren verboten werden sollte, Social-Media-Plattformen zu benutzen. Während Joel Repp und Valentina Meier mit dem Verweis auf die Gefahren für Jugendliche ein Zugangsverbot forderten, verteidigten Matteo Feiertag und Anna Mezei die bestehende Gesetzeslage in Deutschland. Demnach dürfen Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren praktisch nicht ohne Zustimmung der Eltern angemeldet sein und die Plattformen müssen sicherstellen, dass sie das Alter nicht verarbeiten dürfen. Heranwachsende zwischen 13 und 15 Lebensjahren dürfen nur mit Erlaubnis der Eltern Social-Media-Plattformen nutzen. Ab dem 16. Lebensjahr gelten mehr Selbstbestimmungsrechte für die Jugendlichen. Matteo Feiertag und Joel Repp vermochten ihre Position jeweils mit Statistiken und gekonnt vorgetragenen Argumenten untermauern. So siegten sie in dieser Reihenfolge, da sich Matteo Feiertag in der Debatte als schlagfertiger erwies. Beide werden das GaH am 21. Januar 2026 beim Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ auf Schloss Salem vertreten.
In der Oberstufe wurde die aktuelle Streitfrage debattiert, ob das Renteneintrittsalter in Deutschland angehoben werden sollte, um den Staatshaushalt zu entlasten. Bogdan Mezei (K2) und Benjamin Mößle (10c) vertraten dabei die Positionen der Wirtschaftsinstitute und Arbeitgeberverbände, die eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre fordern. James Fuchs (K2) und Debora Camuffo (K1) übernahmen die Gegenposition, indem sie darauf verwiesen, dass viele Männer gar nicht das 70. Lebensjahr erreichen würden. Das fehlende Geld im Staatshaushalt könnte nach der Argumentation von James Fuchs über eine Erhöhung der Erbschaftssteuer sowie die Einführung einer Vermögensteuer reingeholt werden.
Dabei entwickelte sich eine hoch emotional geführte Debatte mit offenem Schlagabtausch vor allem zwischen James Fuchs und Benjamin Mößle. Mit der Stichhaltigkeit ihrer Argumentation wusste am Ende aber Debora Camuffo die Jury für sich zu überzeugen. Platz 2 konnte sich James Fuchs sichern, während Benjamin Mößle Dritter wurde. Alle zusammen freuen sie sich schon darauf, dass sie sich am 21. Januar auf Schloss Salem mit der südbadischen Konkurrenz messen können.
