Wort der Schulseelsorgerin vor Weihnachten 2021

Soll ich schon wieder ein „Wort“ schreiben vor einer Corona-Weihnacht? Irgendwie hängt es mir zum Hals heraus- ich will endlich Normalität! Wobei ich inzwischen die „Routinen“ zu schätzen weiß- Routinen, die helfen, die Pandemie einzudämmen. Dass z.B. die Klassen das Testen schon gewohnt sind und klaglos und zügig durchführen, teils mit Humor- „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“! Auch wenn die Lehrer/innen mit Körbchen wie Rotkäppchen durchs Schulhaus laufen mit den Test-Utensilien drin. „Im Ruhestand werde ich ehrenamtliche Test-Helferin- das brauch ich jetzt täglich“ war mein eigener humoristischer Beitrag in einer Klasse, die mit mir zusammen auf die Test-Ergebnisse wartete. Und dann gab es in der Zeit jetzt vor Weihnachten ja auch noch die „Test-Welle“ anderer Art- wie doppeldeutig alles wird! Auch ich selbst habe nacheinander erst die eine Art, dann die andere Art (fachlichen) Test durchgeführt mit der gleichen Klasse in meiner Unterrichtszeit. „Ihr seid jetzt ‚2-T-getestet‘, einige sogar ‚3-T‘ (bei denen der Test wiederholt werden musste) war alles, was mir dazu als Aufmunterung einfiel bei derartiger „Test-Dichte“.
Wie sehnen wir uns jetzt nach einer ruhigen Zeit, in der wir niemandem etwas beweisen müssen- auch uns selbst nicht. An Weihnachten sind es nicht wir, die sich auf den Weg machen müssen. Nicht wir müssen uns die Anerkennung eines fernen Gottes erarbeiten, vor dem wir nicht bestehen können. Sondern Gott ist es, der uns entgegenkommt. Er wird als kleines Kind in unsere schwierige Welt geboren, um an unserer Seite zu sein. Um uns Halt zu geben im Leben und im Sterben, in Krankheit und Gesundheit. Um zur lebendigen Hoffnung zu werden, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort über uns behalten werden. Jesus kommt als Licht in unsere Dunkelheit- die Weihnachtskerzen sind ein leuchtendes, wärmendes Symbol dafür. Wie Amanda Gorman formuliert: „there is always light, if only we‘re brave enough to see it, if only we‘re brave enough to be it.“ In meiner freien Übersetzung: Es gibt immer Licht, wenn wir es nur wagen zu sehen; wenn wir uns zutrauen, es zu sein.
In diesem Sinne wünsche ich der ganzen Schulgemeinschaft am Gymnasium am Hoptbühl ein lichtvolles, gesegnetes Weihnachtsfest!
Eure Schulseelsorgerin Mechthild Schmidt-Keller