Organspende-Pflicht Thema im Finale von „Jugend debattiert“ am Gymnasium am Hoptbühl

In einer spannenden Debatte gewann Abiturient Leon Kieninger den Schulentscheid des Wettbewerbs Jugend debattiert am Hoptbühl-Gymnasium. In der Finaldebatte konnte er sich mit seinen Argumenten zum aktuellen politischen Streitthema Organspende gegen Tusk Wiest, Charlotte Mrosek und Jonas Müllhäuser durchsetzen.
Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ wird seit 2016/2017 jährlich am Gymnasium am Hoptbühl in Form von Klassen- und Schulwettbewerben ausgetragen. Die Schule ist Mitglied im bundesweiten Verbund „Jugend debattiert“. Ab der achten Klasse fördern die Deutschlehrer der Schule mit den Debatten als Unterrichtsmethode die mündliche Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler – und damit eine Schlüsselfähigkeit. Die jeweiligen Klassesieger qualifizieren sich dann für den Schulentscheid. Besonders Interessierte Schülerinnen und Schüler besuchen zudem die Debattier-AG bei Matthias Restorff, der den Wettbewerb am GaH seit mehreren Jahren betreut. „So hat sich am GaH in den letzten Jahren eine „Jugend debattiert“-community entwickeln können“, erklärt der Deutsch- und Gemeinschaftskundelehrer stolz.
In der Oberstufe wurden zunächst die Halbfinals der Klassensieger ausgetragen, in denen u.a. über die Fragen debattiert wurde, ob „für das pädagogische Personal an Grundschulen eine Männer-Quote eingeführt werden soll?“ oder ob „das aktive Wahlrecht bei Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre gesenkt werden soll?“ Hier konnten sich die späteren Finalisten durchsetzen.
Diese trafen im Finale, welches aufgrund des großen Zuschauerinteresses in der Aula des GaH durchgeführt werden musste, direkt aufeinander. Zum Thema „Soll in Deutschland verpflichtend eine Organspende für alle Bürgerinnen und Bürger nach ihrem Tod eingeführt werden?“, lieferten sich die Debattanten 45 Minuten lang einen offenen Schlagabtausch. Während die eine Seite immer wieder auf die Verantwortung der verstorbenen Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Allgemeinwohl verwies, konterte die andere mit der Argumentation „Mein Körper gehört mir. Vor und nach dem Tod.“ Die Pro-Seite vertrat vor allem die praktisch-medizinische Sicht, während die Kontra-Seite ethisch-religiöse Bedenken in den Vordergrund stellte. Allen Debattanten merkte man ihre gründliche Vorbereitung an: Immer wieder wurden Argumente durch Zahlen und Fakten gestützt, auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Grundgesetz wurden zur Stützung der eigenen Position herangezogen. .
Am Ende fiel es der Jury, bestehend aus Schülern und Lehrern, bei dieser außerordentlich gut geführten Debatte nicht leicht, sich auf die Rangfolge zu einigen. Matthias Restorff, zeigte sich höchst zufrieden mit den Debatten und seinen Schützlingen: ,,Alle Debatten waren äußerst interessant, sodass es schon lohnend war, sie miterlebt zu haben. Ich freue mich jetzt, Leon Kieninger und Tusk Wiest sowie die Sieger des Mittelstufenentscheids, die bereits in der Woche zuvor ermittelt wurden, am 14. Februar 2020 nach Hinterzarten zum Regionalwettbewerb begleiten zu dürfen. Hoffentlich können sie auch dort die Jury von ihren Fähigkeiten überzeugen.“