Nachhaltigkeit aus dem Stall

Besuch auf dem Bauernhof bei Familie Fleig in Nordstetten
Ariane und Jürgen Fleig führen in Nordstetten unweit vom Stadtkern VS-Villingen in langer Familientradition einen Bauernhof mit ganzheitlichem Anspruch. Auf der einen Seite steht hier das Tierwohl ganz oben auf der Agenda. So trägt jedes Tier seinen eigenen Namen und wird dementsprechend liebevoll gehegt und gepflegt (Haltungsform 3). Auf der anderen Seite beweisen die Fleigs, dass ökologisch verträgliche Kreislaufwirtschaft im Kleinen funktionieren kann. Etwa 200 Milchkühe, die am Tag pro Tier bis zu 120 Liter Wasser trinken und ca. 500 kg wiegen, werden auf dem Poolehof versorgt. Die Nachzucht ist durch etwa 80 Kälbchen und 100 Jungrinder auf dem Hof gesichert. Das Futter der Tiere wird zum Großteil auf den eigenen Feldern angebaut und aus den Exkrementen der Tiere wird über eine eigens installierte Biogasanlage Strom und Wärme für den Eigenbedarf sowie für Straßenzüge aus der Wöschhalde erzeugt.
Auf den Stalldächern wird mittels großflächig angelegter Photovoltaikanlagen zusätzlich Strom zur Deckung des Familienbetriebs erzeugt. Schließlich werden die Tiere schon lange nicht mehr mit der Hand gemolken, sondern mit Melkrobotern, und die regelmäßige Fütterung erfolgt zudem über computergesteuerte, selbstfahrende Futterautomaten. Die Milch kann derzeit für 54 Cent pro Liter verkauft werden und wird anschließend zu Emmentaler Käse verarbeitet. Jürgen Fleig, der Leiter des Hofs, führt seinen Bauernhof als rentables Kleinunternehmen und schafft Arbeitsplätze vor Ort. Seine Frau Ariane Fleig führt den familiären Haushalt und bietet Kindergärten und Schulklassen Führungen auf dem Hof an. Ihr Sohn Julian Fleig hat gerade am Hoptbühlgymnasium Abitur gemacht und möchte Agrarwirtschaft studieren.
Die Lehrerin Jutta Schröder organisiert regelmäßig im Rahmen des Geographieunterrichts in Stufe 5 vom Gymnasium am Hoptbühl Fachexkursionen zum Poolehof der Fleigs, um den Schülerinnen und Schülern aus der Stadt direkte Begegnungen mit Tieren zu ermöglichen und die Zusammenhänge des Lebens auf der Erde zu veranschaulichen. Aber auch im Wirtschafts- und Politik-Unterricht der Oberstufe dient der Hof den Kursen als gutes Beispiel dafür, wie nachhaltige Entwicklung funktionieren kann.